Archiv-Nr. 6004 und 6016
Marmortafel in der Kriegergedächtniskapelle in Schlaiten. Diese Gedenktafel wurde zusätzlich zu den beiden bestehenden Tafeln vom 1. Weltkrieg nach dem Zweiten Weltkriege in der Kriegerkapelle angebracht und am 11. November 1951 geweiht. Es erfolgte noch ein Nachtrag zu einem Vermissten aus dem 1. Weltkrieg. 
bez.: Aus den beiden Weltkriegen sind nicht mehr heimgekehrt:
1914 - 1918 Peter Paul Brugger
1939 - 1945 Lercher Thomas, Baur Josef, Ingruber Ignaz, Stolzlechner Franz, Wibmer Peter, Scheiterer Josef, Waldner Anton, Lumassegger Siegfried R. I. P.
Nicht angeführt auf der Tafel sind: Alois Holzer vom Außerkraß (Pfarre Schlaiten - Gemeinde Oberlienz) und Josef Koch vom Bichler in Schlaiten
Zur Weihe der Gedenktafel spielte die Musikkapelle Ainet "Ich hatt' einen Kameraden".
     
   
Archiv-Nr. 233
Josef Koch, geboren am 8. November 1911, wohnhaft beim Bichler in Schlaiten
gefallen am 2. Juli 1941 - 29 Jahre, Eltern: Andreas Koch und Maria Johanna, geb. Gander
Er war der erste Gefallene im 2. Weltkrieg aus unserer Gemeinde.
 
 

Archiv-Nr. 6892
Kriegergedenktafel im Arkadengang der Pfarre St. Andrä in Lienz Lercher Thomas vom Untertschellnig Baur Josef vom Kasperer Ingruber Ignaz vom Schlaiten-Gruber Stolzlechner Franz vom Obermeßner bzw. Wirt Wibmer Peter vom Pedarnig auf Göriach Scheiterer Josef vom Wastler Waldner Anton vom Gasser Lumaßegger Siegfried vom Außerweberer und Koch Josef vom Bichler;

     
 
 Archiv-Nr. 243
Thomas Lercher, Untertschellnigsohn, geb. am 10. Dezember 1919
gefallen in Russland am 20. Dezember 1942 – 23 Jahre
Eltern: Johann Lercher vlg. Untertschellnig und Antonia geb. Egger
     
 

Archiv-Nr. 9516
Josef Scheiterer, Wastlersohn, geb. am 19. März 1922
gefallen am 18. Jänner 1943 – 20 Jahre
Eltern: Johann Scheiterer Wastlerbauer
und Mathilde, geb. Waldner

Sein Zwillingsbruder Johann verunglückte am 11. August 1940 beim Edelweißpflücken tödlich.

     
    Archiv-Nr. 9467
Josef (Pepe) Baur, Kasperersohn
geb. 26. November 1921 in Schlaiten
gefallen an der Ostfront in Russland
am 25. Jänner 1944 – 22 Jahre
Eltern: Johann Baur vlg. Kasperer und Anna geb. Huber
     
 

Archiv-Nr. 252
Ignaz Ingruber, Grubersohn
geb. am 21. Oktober 1909 in Schlaiten
gefallen in Ungarn am Plattensee
am 1. Februar 1945 - 45 Jahre alt
Eltern: Iganz Ingruber, Gruberbauer
und Notburga, geb. Platzer

Feldpost von Ignaz Ingruber an eine Nachbarfamilie
am 18. August 1944
Werte Nachbarfamilie!
Euren lieben Brief mit herzlichem Dank und Freude erhalten und ich hoffe, dass Euch auch diese Zeilen wieder gesund und bei Humor erreichen.
Von mir kann ich Euch auch nur das Beste berichten. Bin immer Gott sei Dank gesund und immer guter Dinge, warum soll man sich‘s auch viel spüren lassen, es wird ja sowieso nicht anders.
Nun, man wird ja sehen, wie alles noch kommt, noch ist man nicht daheim und wer weiß, ob man überhaupt noch einmal seine liebe Heimat wiedersehen kann.

Ignaz Ingruber war der vierte Sohn, den die Familie Ingruber im Kriege verlor. Drei Söhne starben bereits im 1. Weltkrieg.

     
    Archiv-Nr. 254
Peter Wibmer, Pedarnigsohn
geb. am 3. März 1927 in Schlaiten
gefallen am 9. April 1945
bei Kemeten im Burgenland
Er wurde beim Bergen eines verwundeten Kameraden selbst tödlich verwundet.

Eltern: Jakob Wibmer, Pedarnigbauer auf Göriach
und Maria, geb. Pedarnig

Peter Wibmer meldet sich am 31.03.1945 mittels Feldpost aus Völkermarkt bei seiner Familie:
Ihr Lieben!
Die besten Ostergrüße sendet Peter. Nun muss ich euch schnell berichten, dass wir heute im Begriff sind zu reisen. Die Rucksäcke sind schon gepackt. Wir kommen wahrscheinlich nach Osten. Also braucht ihr nicht mehr an die alte Adresse zu schreiben. Mit dem Urlaub ist's nun nichts mehr.
Also behüt‘ euch Gott und betet für mich!
Euer Peter

     
    Archiv-Nr. 2923
Todesnachricht vom 11.04.1945 an die Familie Wibmer vlg. Pedarnig in Göriach
Sehr geehrte Frau Wibmer!
Söhne haben die Mutter immer besonders ins Herz geschlossen und stolz ist die Mutter, die einen Sohn besitzt, der ein ganzer Kerl ist, stolz wird sie immer auf ihn bleiben.
Am 09.04.1945 fiel Ihr Sohn Peter bei Kemeten im Burgenland im Kampf um seine große Heimat. Er liegt in deutscher Erde auf dem Friedhof in Kemeten begraben.
Als Ihr Sohn einen verwundeten Kameraden bergen wollte, wurde er selbst durch einen Granatsplitter am Kopf schwer verwundet. 1/2 Stunde später schlummerte er in ein anderes Leben hinüber.
Wenige Tage nur war Ihr Sohn bei der Kompanie.
Er hat treulich seine Pflicht getan.
     
 
Archiv-Nr. 8301
Die Schwestern Theresia Wibmer verh. Plattner und Anna Wibmer verh. Klaunzer besuchen das Grab ihres Bruders Peter Wibmer in Kemeten im Burgenland
     
 

Archiv-Nr. 9480
Anton Waldner, Gassersohn
geb. am 15. Jänner 1920 in Schlaiten
gefallen am 27. April 1945
in Ruditz in Südmähren – 25 Jahre alt

Eltern: Josef Waldner, Gasserbauer
und Maria, geb. Müller

Die letzte Nachricht von ihrem Sohn erhielt die Familie Waldner am 1. April 1945 aus der Nähe von Prinitz in der Tschechoslowakei.

Die sterblichen Überreste von Anton Waldner wurden von Rudice in Südmähren auf den Soldatenfriedhof Brno (Brünn) - Tschechische Republik zur letzten Ruhe umgebettet. 
Soldat mit der Erkennungsmarke -814- 3./Flak schw.Ers.Abt.8

     
   

Archiv-Nr. 6004
Siegfried Lumaßegger, vom Außerweberer
geb. am 24. Mai 1921 - vermisst im 2. Weltkrieg
Mutter: Anna Lumaßegger vom Außerweberer in Schlaiten

   

 

   

Archiv-Nr. 5828
Befreiungsdenkmal in Innsbruck am Landhausplatz
PRO LIBERTATE AUSTRIAE MORTUIS
DEN FÜR DIE FREIHEIT ÖSTERREICHS GESTORBENEN

Das Befreiungsdenkmal wurde ursprünglich von 1946 bis 1948 auf Initiative der französischen Besatzungsmacht am Landhausplatz errichtet. An diesem Denkmal sind auch vier Schlaitner verewigt, die wegen ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus ihr Leben verloren haben.  

1. Anton Bodenwinkler "Fotz Tonik"
seine Mutter war Magd beim Fotz
geb. am 22.09.1911 in Lienz
gestorben am 11.02.1940 im KZ Mauthausen

2. Flatscher Alois
geb. am 31.01.1894 in Schlaiten beim Oberfotz
gestorben am 31.07.1944 KZ Lublin oder Auschwitz

3. Holzer Alois
geb. am 29.01.1919 beim Außerkraß in Schlaiten
gestorben im März 1945 in Brünn

4. Stolzlechner Franz
geb. am 11.10.1923 in Schlaiten, Schlaitner Wirt
gestorben am 08.07.1944 in Wien Kagran

Die Namen von Anton Bodenwinkler, Alois Flatscher, Franz Stolzlechner und Alois Holzer und weiteren 103 Männern und Frauen sind im 2010 neu gestalteten Befreiungsdenkmal am Eduard-Wallnöfer-Platz in Innsbruck in Stein gemeiselt. Es handelt sich dabei um 107 Männer und Frauen, die wegen ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus ihr Leben verloren haben.
"Den für die Freiheit Österreichs gestorbenen"

     

826 1 1934 - 1936 vorne v.l.  Marzell Gantschnig vlg. Zaiacher Johann Falkner vlg. Falkner Notburga Ingruber verhAnton Bodenwinkler, "Fotz Tonik", geboren 22.9.1911 in Lienz, gestorben 11.2.1940 im KZ Mauthausen
Er war der Sohn einer Dienstmagd, die beim Fotz in Schlaiten beschäftigt war.
Anton Bodenwinkler gehörte den Zeugen Jehovas an. Er wurde am 22. Februar 1939 verhaftet und am 2. Juni 1939 in das KZ Dachau gebracht. Am 29. September 1939 überstellte man ihn mit einer größeren Gruppe von Häfltlingen in das KZ Mauthausen, wo er am 11. Febrauar 1940 starb. Ob seine Verhaftung mit einer Einberufung und der folgenden Wehrdienstverweigerung zusammenhängt, ist nicht bewiesen, aber naheliegend. In Mauthausen wurde, mehrfachen Aussagen zufolge, den Zeugen Jehovas bei ihrer Einlieferung eine "Verpflichtungserklärung" vorgelegt, die ihnen die Freiheit versprach, falls sie sich den Anforderungen des nationalsozialistischen Staates fügten. Es ist daher mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass auch Anton Bodenwinkler zu jenen Zeugen Jehovas zählt, die wegen ihrer Nichtanerkennung des Staates zu Opfern des Dritten Reiches wurden.

Quellenangaben:
"Den für die Freiheit Österreichs Gestorbenen - Land Tirol 2011
Jehovas Zeugen Österreich, Geschichtsarchiv, Auskunft zu Anton Bodenwinkler. Achrainer, Zeugen.

     
     

Archiv-Nr. 5828
Alois Flatscher, Oberfotz, zuletzt im Quartier beim Weberer
geb. am 31. Jänner 1894 in Schlaiten
Kriegsteilnehmer 1914-1918
bis März 1938 Landesreferent der "Vaterländischen Front"
gestorben am 31.07.1944

  Archiv-Nr. 5840 
Alois Flatscher war bis zum März 1938 Landesreferent der "Vaterländischen Front". Nach dem "Anschluss" wurde er seines Postens enthoben. Am 23. Oktober 1942 wurde er aus politischen Gründen von der Gestapo verhaftet.
Nach Inhaftierung in Arbeitserziehungslagern und verschiedenen Konzentrationslagern verliert sich die Spur. Es muss davon augegangen werden, dass Alois Flatscher bei der Verlegung des KZ Lublin nach Auschwitz ums Leben kam
     
 

Archiv-Nr. 5828
Alois Holzer, geb. am 29.01.1919 in Glanz
gefallen im März 1945 bei Brünn

 

Archiv-Nr. 725
Alois Holzer vom Außerkraß
Eltern: David Holzer vlg. Außerkraß und Stefanie, geb. Mühlburger

 

 

 

Archiv-Nr. 5828
Alois Holzer, geboren 1919 in Glanz - gestorben März 1945 in Brünn
Alois Holzer wuchs in Glanz in Osttirol auf. Sein bäuerliches Elternhaus war geprägt vom katholischen Glauben und von Antipathie gegen den Nationalsozialismus. Als Wehrmachtsoldat hatte er den Überfall der Wehrmacht auf Jugoslawien und Griechenland mitgemacht. Im September 1941 wurde sein Regiment nach Norwegen verlegt. Die christliche Prägung und die mehrfachen Erfahrungen des brutalen Vorgehens der Wehrmacht gegenüber sowjetischen Kriegsgefangenen ließen bei ihm und seinem Bruder David den Entschluss zur Fahnenflucht reifen. Im Sommer 1943 kehrten beide nicht mehr aus dem Fronturlaub zurück und hielten sich mit ihrem Bekannten Franz Stolzlechner, der ebenfalls desertiert war, im Wald bei Schlaiten in einer selber gebauten Höhle versteckt. Am 11. Jänner 1944 wurde Stolzlechner beim Organisieren von Verpflegung von der örtlichen Gendarmerie angeschossen und verhaftet. Alois und David Holzer stellten sich wenige Tage später freiwillig der Gendarmerie, um ihre Familie vor dem Zugriff der Gestapo zu schützen. Für die Fahnenflucht wurden sie vom Militärgericht Klagenfurt zu Zuchthausstrafen verurteilt. Beide wurden in das Militärstraflager Börgermoor verlegt und mussten später im Bewährungsbattaillon 500 kämpfen. Während David Holzer überlebte, fiel Alois Holzer im März 1945 bei Brünn.
Kofler, Osttirol, S. 214f.
Zeugen des Widerstandes, S. 41f.
Pirker, Osttiroler Deserteure, S. 126-134.

 

 

 

     

Archiv-Nr. 5828
Franz Stolzlechner, 10.10.1923 - 08.07.1944

  Archiv-Nr. 9200
Franz Stolzlechner, Obermeßner, Wirt

 

   

Aus dem Buch "Den für die Freiheit Österreichs Gestorbenen"
Franz Stolzlechner lebte seit 1937 im Osttiroler Dorf Schlaiten. Er wurde 1941/42 zur Wehrmacht eingezogen. Im Winter 1942 war er zuletzt in Stalingrad im Einsatz und wurde schwer verwundet. Nach einem Lazarettaufenthalt in Hannover war er im Juni 1943 auf Heimaturlaub. Aufgrund der schrecklichen Erfahrungen beim Kriegseinsatz, in dem er unter anderem die Erschießung unschuldiger Menschen miterlebte, kehrte er nicht mehr zu seiner Einheit zurück.
Zusammen mit den Brüdern David und Alois Holzer hielt er sich im Wald von Schlaiten in einer selbst erbauten Höhle versteckt. Am 10. Jänner 1944 wurde er von der örtlichen Gendarmerie angeschossen und verhaftet, als er aus dem elterlichen Haus Nahrungsmittel beschaffen wollte. Sein Vater tauchte bis Kriegsende unter, um dem Zugriff der Gestapo zu entgehen, die restliche Familie wurde vom Hof verttrieben. Franz Stolzlechner wurde Ende Februar in das Wehrmachtsuntersuchtungsgefängnis in Wien-Favoriten überstellt und am 4. März 1944 von einem Militärgericht zum Tode wegen Desertion und Mordversuch an einem Gendarmen verurteilt. Das Todesurteil wurde am 9. Juli 1944 in Wien-Kagran vollstreckt.

Abschiedsbrief von Franz Stolzlechner an seine Eltern im Juli 1944
....Für alles Gute, was Ihr mir getan habt nochmals recht Vergelt's Gott. Der Mutter will ich die Schwester ....schön grüßen. Und jetz nochmals viele heiße Grüße schickt Euch Euer Franz
Lebet Wohl auf ein Wiedersehn im Himmel

     
SIE PASSTEN NICHT IN DAS SYSTEM - SIE WAREN ANDERS ..............
 
  Archiv-Nr. 5875
Lorenz Plattner, Plattnersohn,
geb. am 23. Oktober 1881 in Schlaiten
gestorben am 22. März 1943 in Dachau
Eltern: Thomas Plattner vlg. Plattner und Philomena geb. Jörl

er war unangepasst
er hatte "unstäten Wohnort"

Lorenz Plattner starb im Alter von 61 Jahren
am 22. März 1943 im KZ Dachau

     

Alfons Untermeßner, Untermeßnersohn, geb. am 27. Oktober 1907 gestorben am 25. Juli 1940 im KZ Brandenburg
Er hatte das „Hinfallende“ – eine schwere Epilepsie, er wurde deportiert und im KZ Brandenburg am 25.07.1940 ermordet

     
     

Anton Ranacher – geb. in Matrei i. O. - Sohn von Michael Ranacher und Notburga, geb. Ingruber
Anton war erst einige Jahre alt und stark behindert, er war zu der Zeit auf Gant in Pflege.
Seine Tante Antonia Gantschnig musste ihn nach Lienz bringen. Am Bahnhof wurde er ihr regelrecht aus der Hand gerissen - es war das letzte Lebenszeichen vom kleinen Anton.

     
     
  Archiv-Nr. 242
Anton Plattner, Plattnersohn
geb. am 12. Juni 1923
gestorben am 7. Dezember 1942 in Klagenfurt
     
    Archiv-Nr. 7966
Am 28. August 1955 wurde das Heimkehrerkreuz am Moschumandl eingeweiht.
Seither finden in regelmäßigen Abständen Gedenkfeiern an diesem Ort statt.
     
   
Archiv-Nr. 804
Einweihung des Heimkehrerkreuzes am Moschumandl am 28. August 1955 - 10 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges
 
Archiv-Nr. 2785
Heimkehrer beim Heimkehrerkreuz am Moschumandl im Sommer 1990
vorne v.l.: Tabernig Vinzenz vlg. Zischger, Gantschnig Marzell vlg. Zaiacher, Scheiterer Peter vlg. Wastler, Gantschnig Johann vlg. Fotz, Brugger Peter vlg. Albiner, Pfarrer Kraler Anton, Engeler Peter vlg. Schneider, Plattner Thomas vlg. Plattner und Klaunzer Isidor vlg. Pedarnig;
hinten v.l.: Niedertscheider Alois - Brugger, Waldner Alois - Gasser, Gantschnig Ignaz vlg. Gant, Ingruber Ignaz - Gruber und Plattner Alois - Plattner;
 
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