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Gegenüber dem Kircheneingang im dortigen Arkadengang, welcher gleichzeitig die westseitige Abgrenzung des Friedhofes bildet, befindet sich der Nothelfergang mit 15 rundbogig geschlossenen Nischen. Im Zentrum des Nothelferganges der Hl. Paulus (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts) flankiert von den Vierzehn Nothelfern (zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts). Die Darstellung des Hl. Paulus mit Schwert in der linken Hand und Buch in der rechten Hand. 

neu_pantaleon.jpg Hl. Pantaleon: 27. Juli 
Darstellung: an einen Ölbaum gebunden, die Hände auf das Haupt genagelt, was sein Martyrium erklärt. Deshalb auch vor allem bei Kopfschmerzen, Infektionen und allen Verletzungen angerufen; auch Patron der Ärzte und Hebammen
neu_erasmus.jpg Hl. Erasmus: 2. Juni
"der Liebenswürdige". Darstellung mit Schiffswind und Ankertau; auch mit Nägeln, die ihm unter die Fingernägel getrieben wurden; Nothelfer bei Bauchweh, Magen- und Darmerkrankungen sowie Unterleibskrankheiten. Patron der Drechsler, Schiffer, Seeleute und Weber
neu_eustachius.jpg Hl. Eustachius: 20. September
 "Der Fruchtbare"; Darstellung meist mit Hirsch, der ein leuchtendes Kreuz im Geweih trägt; daher auch frühzeitig Patron der Jäger. Helfer in traurigen Familienlagen und anderen verzweifelten Situationen
vitus.jpg Hl. Vitus: 15. Juni
lat. von "vita - Leben; vitalis - lebensvoll"; Darstellung als Kind in einem Kessel über dem Feuer, aber auch mit Palme, Buch, Adler, Löwen. Patron besonders der Kranken, gegen Epilepsie, aber auch der Kupfer- und Kesselschmiede und Bierbrauer, Gaukler und Schauspieler, der Winzer, Apotheker, Bergleute und Bauern.
neu_margareta.jpg Hl. Margareta: 20. Juli
"Perle"; Darstellung ua. mit Märtyrerkrone und Palme, auch mit Drachen, Perlenkranz. Patronin der Gebärenden, wie überhaupt der Fruchtbarkeit sowohl der Frauen als auch der Äcker; gilt als die große Beschützerin der Bauern.
neu_achatius.jpg Hl. Achatius:  8. Mai
hebr. "Gott hält", griech. "Der Unschuldige"; wird oft mit Dornenstrauch oder Dornenkranz dargestellt, auch mit Fahne, großem Kreuz und Schwert; soll vor bösen Krankheiten und Todesangst bewahren
neu_barbara.jpg
Hl. Barbara:  4. Dezember
griech. "die allzeit Reine". Darstellung mit Kelch und Hostie, oft mit dreifenstrigem Turm als Zeichen für die Dreifaltigkeit Gottes. Fürbitterin für eine gute Sterbestunde und vor einem unvorhergesehenen Tod. Schutzpatronin der Artillerie, auch der Architekten, Berg- und Hüttenarbeiter.
neu_katharina.jpg Hl. Katharina: 25. November
griech. "die allzeit Reine"; Darstellung meist mit zerbrochenem Rad, Buch, Schwert und Palme; Patronin für den Lehrstand - Studenten und Schüler sowie aller Berufe, in denen ein Rad verwendet wird; der Müller, Näherinnen und Wagner, Helferin bei zerbrochenen Lebensplänen und vielerlei Ängsten.
neu_christophorus.jpg Hl. Christophorus:  24. Juli
griech. "Christus-Träger". Darstellung mit dem Jesuskind auf den Schultern beim Überqueren eines Flusses. einer der volkstümlichsten Heiligen. Patron gegen den plötzlichen Tod, für alle gefährlichen Berufe, Reisende, Autofahrer, Gärtner, die Kinder und schwangere Frauen, auch Pestheiliger
neu_georgius.jpg Hl. Georgius: 23. April
griech. "Bauer"; Darstellung meist mit Drachen; laut Legende bewahrte er eine Königstochter vor dem Ungeheuer, das er tötete; kommt in vielen Bauernregeln vor; Patron der Bergleute, Landsknechte, Ritter, Schmiede und des Viehs. Helfer bei Depression und anderen Ängsten
neu_blasius.jpg Hl. Blasius: 3. Februar
war Arzt. Laut Legende hat er einen Knaben vor dem Erstickungstod gerettet. Attribute: u.a. Kerzen, eiserne Hechel, Tiere. Patron für Halsleiden, gegen Zahnschmerzen und Pest, für Tiere, Ärzte, Weber und Hutmacher, auch Wetterheiliger.
neu_dionysius.jpg Hl. Dionysius: 8. Oktober
"der Gott Geweihte"; Darstellung mit seinem abgeschlagenen Haupt, das er in den Händen hält. War um 250 n. Chr. Missionar in Gallien, wurde dann enthauptet. Helfer bei Kopfleiden, Patron der Schützen, Schutzpatron
neu_egidius.jpg Hl. Egidius: 1. September
Name entspricht der griech. Bezeichnung für Hirschkuh. Darstellung of mit Pfeil und Hunden. Als einziger Nothelfer nicht den Märtyrertod erlitten. Helfer in großer geistiger Not, bei Aussatz und Pest, Krebs und Unfruchtbarkeit; hauptsächl. Vieh- und Wetterpatron
neu_ciryacus.jpg Hl. Cyriacus: 8. August 
griech. "der dem Herrn Geweihte"; Darstellung oft als Diakon mit gefesseltem Drachen, den Teufel austreibend; dürfte um 305 n. Chr. den Märtyrertod erlitten haben. Helfer bei Anfechtungen durch böse Geister.
 


 

KURZE GESCHICHTE DER NOTHELFER von SCHLAITEN


Die 14 Nothelfer als Hoffnungsbilder der Heilung
Im Mittelalter bildete sich die Gruppe der 14 Nothelfer heraus, die verschiedene Nöte der Menschen zum Ausdruck brachte. Die Verehrung verbreitete sich gerade in Zeiten, in denen große Nöte die Menschen heimsuchte. Die Nothelfer stärkten das Vertrauen in den Gott, der ihre Not wenden kann. 


Schlaiten als beliebter Wallfahrtsort zu den 14 Nothelfern
Schlaiten war einst ein aus der Umgebung und aus Oberkärnten viel besuchter Wallfahrtsort, dessen Blüte in das 17. und 18. Jh. fällt. Oft kamen am 29. Juni ganze 13 „Kreuzvölker“ zusammen. Verehrt wurden die 14 Nothelfer, deren Darstellungen auch den ehemali­gen Altar schmückten, der Hl. Paulus und die Wetterheiligen. In einem Visitationsprotokoll von 1676 ist vermerkt, dass Schlaiten ein beliebter und viel besuchter Wallfahrtsort war: „… große Andacht und Pilgerei nach Schlaiten, das liegt weit hinter Menschengedenken …“. Mit dem Abklingen des Nothelferkultes sank auch der Ruf von Schlaiten als Wallfahrts­ort und hat heute in dieser Beziehung leider keine Bedeutung mehr.


Einzigartig in Tirol: der Nothelfergang
An der Westseite der Kirche – als Abschluss des Friedhofes - befindet sich ein Arkadengang, der „Nothelfer­gang“ mit 15 Nischen. In diesen Nischen stehen die Statuen des Hl. Paulus (Kirchenpatron) und der 14 Nothelfer. Die Statuen waren ursprünglich Büsten (2. Hälfte des 17. Jhdts), die sich in der Kirche am Hochaltar be­fanden. Die Büs­ten wur­den später in guter Handarbeit verlängert und in Statuen verändert. Vor ca. 35 Jahren wurden die Sta­tuen in den Nischen durch geschmiedete Gitter geschützt.


Der Zahn der Zeit nagt auch an den Nothelfern
Die Nothelferstatuen sind auch im Arkadengang der Witterung ausgesetzt. So gab es immer wieder Überlegungen zu Renovierungen. 1970 wurden die Gitter als Diebstahlschutz angeschafft. Weitere Reparaturen am Nothelfergang folgten laufend. Nach der Renovierung der „Paramentenkammer“ im Jahr 2005 hat der Pfarrkirchenrat einstimmig beschlossen, die Statuen und den Arkadengang einer Generalreno­vierung zu unterziehen. Im Winter 2005/06 und im Frühjahr 2006 wurden diese Arbeiten von der Fa. Zingerle (Percha, Südtirol) in enger Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Bauamt und dem Bundesdenkmalamt durch­geführt. Die Sanierung der Gitter führte Schlossermeister Duregger Rudl aus Ainet durch. Weitere Arbeiten wurden durch Frei­willige aus der Pfarre erledigt. Ihnen allen gebührt ein großer Dank, und ein besonderes Vergelt´s Gott unserem Ehren­bürger Alt-Bgm. Franz Pedarnig, der mit viel Umsicht, Eifer und großem Einsatz die Arbeiten mitgetragen und vorange­trieben hat.


Schlaitner als Paten – Kosten und Finanzierung
Die Kosten für die Statuen, Gitter und den Nothelfergang belaufen sich – ohne Eigenleistungen – auf ca. € 24.000.--. Für die Sanierung der Paramentenkammer wurden im Jahr 2005 weitere € 9.700.-- aufgewendet. Durch viele großherzige Spenden von (auch nicht mehr in Schlaiten wohnhaften) Schlaitnerinnen und Schlaitnern (es konnten auch „Patenschaften“ für einzelne Statuen übernommen werden) konnten die Statuen und Gitter finanziert werden. Ein herzliches "Vergelt's Gott" allen Spendern!


Wiederbelebung der Wallfahrt
Viel Wichtiges ist passiert bzw. ist in Planung: Ein Teil des Ensembles im Bereich der Kirche ist jetzt renoviert. Die Außenrenovierung der Kirche konnte abgeschlossen werden, die neue Pirchner-Orgel ihrer Bestimmung übergeben werden. Unser Ziel ist es aber, dass auch die „innere Erneuerung“ nicht zu kurz kommt. So soll auch die Wallfahrt zu den 14 Nothelfern in Schlaiten wieder belebt werden: die Gedenktage der Nothelfer werden feierlich begangen, ein gemeinsamer Tag aller 14 Nothelfer (z.B. Samstag nach dem 4. Sonntag nach Ostern) soll wieder Wallfahrer nach Schlaiten bringen. Hier ist „alles vorhanden“: eine wunderbare Kirche, die Pilgerstätte der 14 Nothelfer, Gasthaus, Spazierwege, Kin­derspielplatz, Parkplatz, … . Mögen uns die Nothelfer beistehen und uns durch´s Leben geleiten!