Forstwirtschaft in der Gemeinde Schlaiten:

Die Forstwirtschaft hat in Schlaiten in der Vergangenheit immer eine große Bedeutung gehabt. Es wurde das gesamte Holz durch eigene Holzarbeiter und durch Eigenregie der Waldbesitzer bzw. durch Angehörige geschlägert und auch geliefert. Durch den Erlös aus dem Holzverkauf konnte in der Gemeinde Schlaiten ein großer Teil der notwendigen Ausgaben gedeckt werden. Doch durch die Änderungen der wirtschaftlichen Situation ist es den Waldbesitzern nur mehr eingeschränkt möglich ihr Holz mit eigenen Arbeitskräften zu Schlägern. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden zu einem großen Teil im Nebenerwerb geführt und haben deshalb nur mehr eingeschränkt Zeit zur Bewirtschaftung des eigenen Waldes. Bei den Vollerwerbsbetrieben sind nur noch wenige Arbeitkräfte am Hof. Da es an notwendigen Arbeitskräften, aber auch an modernen Forstgeräten und Ausrüstung fehlt, musste bereits in den letzten Jahren - aber sicher auch in Zukunft - mehr auf Fremdfirmen zurückgegriffen werden.

Um dieser Situation entgegenzuwirken wurde vor Jahren die Waldbesitzergemeinschaft Oberes Iseltal gegründet, mit dem Zweck, einen Forstunternehmer (Egger Raimund) bei der Anschaffung eines neuen, modernen Gerätes zur Holzbringung und Aufarbeitung zu unterstützen. Die AGM,  die Gemeinde, private Waldbesitzer und auch die Waldgenossenschaft Iseltal sind Mitglied bei dieser Waldbesitzergemeinschaft, und so können die Waldbesitzer auf einen guten, verlässlichen und leistungsstarken Schlägerungsunternehmer zurückgreifen. Firma Egger Raimund kann durch die finanzielle Unterstützung beim Ankauf des Gerätes aus forstlicher Förderung kostengünstig bei den Mitgliedern arbeiten.

Die Firma Egger hat in den letzten Jahren einen Großteil der Holzschlägerungen und Seilbringungen im Gemeindegebiet durchgeführt.

Auch konnte in begünstigten Lagen Harvester und Forwarder eingesetzt werden. Diese Geräte können aber nur im geringen Maße eingesetzt werden.


Einnahmen aus dem Holzerlös 2009:
- € 97.817,91 bzw.9 % der Gesamteinnahmen des ordentlichen Haushaltes. Mit diesen Einnahmen aus dem Holzerlös konnten noch 8 % der Gesamtausgaben eines Haushaltsjahres bestritten werden.

Einnahmen aus dem Holzerlös 1974:
- S 1.182.987,13 bzw. 38 % der Gesamteinnahmen des ordentlichen Haushaltes, bzw. 45 % der Einnahmen.

Einnahmen aus dem Holzerlös 1950:
S 355.586,43 bzw. 81 % der Gesamteinnahmen, bzw. konnten 95 % der gesamten Ausgaben eines Jahres bestritten werden. Ausgaben für den Waldbetrieb betrugen S 218.815,96.  


Im Jahre 1934
betrugen die Erträgnisse aus den Gemeindewaldungen S 16.816,87, bzw. 73 % der Gesamteinnahmen des ordentlichen Haushaltes. Damit konnten 68 % der Ausgaben des gesamten Haushaltsjahres bestritten werden.


Waldteilungsaktion bzw. Teilwald-Aktion

1910 waldteilungsaktion 01Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wollte die Tiroler Landesregierung alle Privatwälder wegnehmen und den Gemeinden ins Eigentum übergeben. Jeder der Osttiroler Bauern hat das Weiterbestehen seiner Eigentumswaldungen diesen 11 Männern zu verdanken. Durch deren Bemühungen, in sehr hartem Kampf mit der Landesregierung, ist es gelungen, den Bauern- und sonstigen Privatwald weiter zu sichern. Der Hauptgegner in diesem Kampfe war der seinerzeitige Gründer des Tiroler Bauernbundes, Josef Schraffl.

Sitzend v.l.: Johann Pedarnig vlg. Kraßnig in Schlaiten; Josef Wachtlechner, Oberwirt in Oberlienz; Franz Rainer vlg. Lederer in Lengberg; Johann Jaufer vlg. Pankrater in Leisach; und Peter Paul Lercher vlg. Ortner in Ainet;
Stehend v.l.: Franz Baumgartner vlg. Oberpeterer in Oberdrum; Ignaz Ingruber vlg. Gruber in Schlaiten; Franz Zojer vlg. Bichele in Tristach; Ignaz Huber vlg. Wahler in Thurn; Franz Fuetsch vlg. Hansler in Oberdrum und Johann Baumgartner vlg. Unterpeterer in Oberdrum

Die Waldteilungsurkunde wurde am 15. April 1890 erstellt. Bis zur Fertigung der Anerkennungsurkunde dauerte es noch zwei Jahrzente - 17. April 1910.